Die perfekte NaNoWriMo Vorbereitung

Im November ist es wieder soweit: Der National Novel Writing Month beginnt. Innerhalb eines Monats versuchen viele Verrückte auf der ganzen Welt (mich eingeschlossen) 50.000 Wörter zu schreiben. In manchen Fällen ist das am Ende ein ganzer Roman, in meinem Fall meist nur das erste Drittel. Aber wie bereitet man sich auf so ein Mammutprojekt eigentlich vor?

Der Vorteil des NaNoWriMos ist meiner Meinung nach vor allem der Austausch mit anderen Autoren und Autorinnen sowie die gegenseitige Motivation. Ich kenne allerdings auch Schreiberlinge, die damit überhaupt nichts anfangen können. Das ist okay. Ausprobieren lohnt sich in jedem Fall. Jede geschriebene Seite ist eine Seite mehr auf dem Weg zum fertigen Buch.

Wenn Du beim NaNoWriMo mitmachen willst, kannst du dir auf der Website einen Account anlegen. Dort kannst du auch deine täglich geschriebenen Wörter eintragen und deine Fortschritte im Blick behalten. Im Forum kannst du dich mit anderen austauschen — das geht natürlich auch über alle gängigen Social Media Kanäle.

Mach dich nicht selber fertig

Wichtig: Setz dich nicht unter Druck, konzentriere dich darauf Spaß bei der Sache zu haben. Wenn du am Ende nur 30.000 Worte geschrieben hast, ist auch das ein tolles Ergebnis. Du hast momentan Probleme mit dem Schreiben? Versuch deine Schreibblockade zu überwinden, bevor du dich mit dem NaNoWriMo zusätzlich verrückt machst.

NaNoWriMo 2017: Die ultimative Vorbereitung

Vor zwei Jahren habe ich zum ersten Mal mitgemacht und bin dabei königlich gescheitert. Einerseits habe ich mich selbst vollkommen irre gemacht, weil ich es unbedingt schaffen wollte und andererseits war ich einfach nicht gut genug vorbereitet. Beim zweiten Versuch, letztes Jahr, hat es dann geklappt. Es war knapp, aber ich habe es geschafft. Und dieses Jahr bin ich natürlich auch wieder mit dabei.

Warum ein Plot dir im NaNoWriMo den Hintern retten kann

Als Planerin oder auch als Plotter(in) spreche ich mich natürlich ganz klar für einen Plot aus. Falls du lieber ohne Plan schreibst: Für den NaNoWriMo empfinde ich es als hilfreich, zumindest ein grobes Gerüst zu haben.

Jeden Tag zu schreiben — mehr als 1000 Worte noch dazu — kann verdammt anstrengend sein, wenn man sich von Inspiration zu Inspiration hangeln muss. Wenn du einen (groben) Plot hast, weißt du zumindest ungefähr wohin die Reise gehen wird und welche Szenen dafür geschrieben werden müssen.

Auch an Tagen, an denen du nicht gerade vor Motivation platzt, kommst du damit weiter. Im November hast du nicht den Luxus darauf zu warten, dass dich die Muse küsst.

Es gibt verschiedene Methoden um zu plotten, nicht alle setzen voraus, dass du am Ende jedes Detail deines Romans schon vorher kennst. Sie ausführlich vorzustellen, würde an dieser Stelle allerdings zu weit führen. Ich habe dir deshalb ein paar gute Artikel zum Thema verlinkt. Vielleicht ist ja eine Methode für dich dabei.

Wie ich mich auf den NaNoWriMo vorbereite

Da ich zuerst gar nicht sicher war, dass ich mitmachen würde, fällt meine Planungsphase (#NaNoPrep) etwas kürzer aus. Trotzdem darf die Vorbereitung bei mir nicht fehlen. Letztes Jahr hat es damit nämlich wesentlich besser geklappt als 2015. Ohne würde ich den November einfach nicht überstehen, zumindest nicht tatkräftig in die Tasten hauend.

2017 habe ich den NaNoWriMo gewonnen.

Ich habe natürlich den Vorteil, dass meine Fantasy-Reihe von Anfang bis Ende geplant ist. Nicht jeden Teil gleichermaßen ausführlich und viele Punkte werden sich mit Sicherheit mit der Überarbeitung von Teil 1 noch ändern, aber zumindest fange ich schon lange nicht mehr bei Null an.

Für mich heisst es also vor allem: Material sichten, Plotlöcher ausmerzen und recherchieren. Glücklicherweise sind das alles Dinge, die mir unheimlich Spaß machen.

Da kommt mein ewiger Berufswunsch wieder durch — vielleicht hätte ich doch Lektorin werden sollen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Meine Schritte zur Vorbereitung

1. Material sichten

Für mich sehr einfach, weil ich mit Scrivener arbeite. Über mein liebstes Schreibprogramm habe ich ja an anderer Stelle schon berichtet. Hier habe ich alles an einem Ort. Ich muss nicht unzählige Dokumente öffnen, um nach der richtigen Notiz zu suchen.

Was mir außerdem hilft, ist mein Ordner, in dem ich fast alle Infos zur Story abgeheftet habe. Ich arbeite einfach gerne analog und mag es, wenn ich mich abends aufs Bett setzen und darin blättern kann. Manche nennen das auch Story-Bible, auf Pinterest gibt es einige schöne Ergebnisse dazu.

2. Plotlöcher ausmerzen 

Ich nutze keine spezielle Methode zum Plotten. Ich sammle zunächst Ideen, bringe sie in eine sinnvolle Reihenfolge und schmücke sie aus. Ich halte mich dabei nicht so gerne an ein Rezept, einen Plan — ich gehe gerne eigene Wege.

So oder so: Alle Logikfehler, die ich jetzt bemerke, muss ich später nicht ausbessern. Ich suche also in meinen Notizen ganz gezielt nach Widersprüchen, unlogischen Wendungen oder unglaubhaften Szenarien.

Alles, was nicht passt, wird gnadenlos gestrichen und in einen Ordner verschoben, den ich „Reste“ nenne. Ab und zu schaue ich nach, ob ich etwas noch verwerten kann — ein bisschen wie in einem Kühlschrank.

3. Recherche 

Je nach Genre und Wissensstand des Autors ist der Rechercheaufwand für eine Story natürlich unterschiedlich hoch. Ich bin gerne gut vorbereitet und versuche die größten Lücken vor dem NaNoWriMo zu stopfen – das hat den Vorteil, dass ich während des Schreibens im November keine Zeit für Recherche opfern muss.

Wenn ich also grob abschätzen kann, dass mein bescheidenes Vorwissen in irgendeinem Bereich für eine Szene nicht ausreichen wird, mache ich mir vorab schon mal Notizen zum Thema. Ende Oktober lege ich dann alles bereit. Heisst: Auf meinen Schreibtisch, in die Nähe meines Laptops oder eben im jeweiligen Scrivener-Dokument.

Das sind die wichtigsten drei Punkte bei meiner Vorbereitung auf den NaNoWriMo. Natürlich kann man das ewig fortführen.

Dinge, die dir den NaNoWriMo erleichtern können

Ein guter Plan ist toll, aber das Schreiben ist eben auch eine emotionale Tätigkeit und dazu gehört noch mehr. Inspiration holt sich jeder woanders, trotzdem gebe ich dir vorab ein paar Tipps mit auf den Weg:

Pinterest als Inspirationsquelle

Meine Pinnwände auf Pinterest

Fast jedes Bild erzählt eine Geschichte. Pinterest eignet sich unheimlich gut, um Bilder zur Inspiration zu sammeln. Ich lege für jede meiner Storys eine geheime Pinnwand an, auf der ich passende Bilder sammle. Manche drucke ich anschließend aus und pinne sie an mein Whiteboard oder meine Wand, um sie während des Schreibens zwischendurch ansehen zu können.

Die richtige Musik für deine Story

Manche liebe es, andere hassen es — Musik beim Schreiben polarisiert. Ich arbeite mal mit, mal ohne Geräuschkulisse. Je nach Szene und Stimmung, würde ich sagen. Hauptsächlich höre ich beim Schreiben instrumentale Musik, zum Beispiel Soundtracks. Du kannst zum Beispiel auf Spotify deine eigenen Playlists erstellen.

Gesang lenkt mich häufig ab, aber auch das geht manchmal. Spätestens vor dem NaNoWriMo lege ich eine Playlist mit passenden Songs zur Story an. Die müssen gar nicht textlich mit dem Inhalt der Geschichte harmonieren — mir geht’s da ganz klar um das Gefühl.

Nicht nur von Keksen ernähren

Ja, zum NaNoWriMo gehört irgendwie auch Süßkram. Trotzdem möchte ich nicht einen Monat lang jeden Abend Kekse und Gummibärchen essen — nicht unbedingt, weil ich dann zunehme, sondern weil ich das meinem Körper nicht antun möchte.

Snacks beim Schreiben, NaNoWriMo Snacks

Das musst du natürlich für dich entscheiden, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich eine gesunde Ernährung sehr positiv auf die eigene Produktivität und das ganze Wohlbefinden auswirkt.

Es schadet nicht auch ein paar gesunde Snacks im Haus zu haben. Nüsse, Äpfel, Karotten — irgendwas, was sich gut nebenbei knabbern lässt und nicht nur aus Zucker besteht.

Genügend Bewegung: Ja, auch als Sportmuffel!

Kein Punkt fällt mir so schwer wie dieser. Ich habe einen Bürojob und auch beim Schreiben sitze ich in der Regel auf meinem Hintern. Das ist Gift für den Rücken und auch für den Kreislauf. Gerade im NaNoWriMo versuche ich deshalb darauf zu achten, dass ich mich genügend bewege.

Mal eine Haltestelle eher aussteigen, einen Umweg laufen oder abends eine halbe Stunde Sport lassen sich eigentlich immer unterbringen. Wenn du einen Schreibtisch hast, an dem du im Stehen arbeiten kannst, umso besser!

Leidensgenossen finden und gemeinsam über den NaNo schimpfen

Schreiben muss keine einsame Tätigkeit sein. Gerade der NaNoWriMo ist perfekt um sich auszutauschen und Anschluss in der Community zu finden. In vielen Städten gibt es während des NaNoWriMos sogar Treffen. Ansonsten kannst du dich online austauschen, dir Hilfe und Unterstützung holen.

Für mich macht das den NaNoWriMo aus. Es geht mir gar nicht so sehr um die 50.000 Wörter — ich feiere vor allem die Gemeinschaft. Auch auf Twitter oder Instagram findest du NaNo-Teilnehmer. Das hilft ungemein, vor allem wenn es mal nicht wie geplant läuft oder du abends einfach ein bisschen Motivation brauchst.

Du kannst auch mit anderen um die Wette schreiben. Mir persönlich liegt das nicht, ich bin nicht so für Wettbewerbe zu haben, aber ich verstehe durchaus den Gedanken dahinter. Ausprobieren ist hier die beste Methode, um herauszufinden, was für dich gut funktioniert.

Nicht unter Druck setzen lassen

Es gibt kein „zu langsam“ bei etwas, das du für dich selbst tust.

Du hast dir dein Ziel selbst gesetzt und ob du es erreichst oder nicht, sagt nichts über dich persönlich aus. Die 50.000 Wörter sind eine Einheit um zu messen, wie viel du in einem Monat geschrieben hast. Sie entscheiden weder darüber ob du ein guter Autor bist noch über irgendetwas anderes.

Es gibt kein „zu langsam“ bei etwas, das du für dich selbst tust. Versuch dich also nicht allzu sehr zu stressen. Am Ende ist es nur eine Zahl — nimm die Challenge ruhig ernst und gib alles, aber lass dich nicht verrückt machen und vergleiche dich nicht zu sehr mit anderen. Wir sind alle nur Menschen.

Lily

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