Flashback: 16. bis 22. Oktober

Für dich vielleicht gar nicht so relevant, für mich aber sehr spannend: Weil ich mein Blog auch als eine Art Tagebuch nutze (nur nicht ganz so persönlich, immerhin liest hier jeder mit) will ich mich mal an kleineren Rückblicken versuchen. Das Format wird sich vermutlich in den kommenden Wochen noch ändern, aber das hier ist ein erster Versuch meine Woche zusammenzufassen.

Fortschritte bei eigenen Projekten

Können wir über was anderes reden? Diese Woche dominierte der Brotjob, eigene Projekte sind eher zu kurz gekommen. Ich habe kaum etwas geschafft, aber immerhin eine neue Pinnwand bei Pinterest angelegt, Instagram recht regelmäßig gepflegt (für meine Verhältnisse) und heute fleißig Blogposts geschrieben. Durchwachsen. Mein Roman bzw. das Worldbuilding für Band II musste erstmal warten. Ich hoffe, dass ich da in der kommenden Woche noch etwas reißen kann. Immerhin steht bald der NaNoWriMo an. Meine Vorbereitung steht aber schon.

Gelesen: „Scythe“ und „Fangirl“

Ich habe unerwartet viel gelesen. Das habe ich dem Brotjob zu verdanken, der mich sechs Stunden mit dem Zug fahren ließ und mir so ziemlich viel Lesezeit einräumte, die ich sonst nicht gehabt hätte. Mit „Scythe“ hatte ich schon in der Woche zuvor angefangen. Da das hier kein Buchblog ist und auch in Zukunft keiner werden soll, rezensiere ich jetzt nicht ausführlich.

In „Scythe“ schafft Neal Schustermann eine Zukunft, die auf den ersten Blick eine Utopie ist. Die Menschheit hat so ziemlich jedes denkbare Rätsel gelöst, inklusive das der Unsterblichkeit. Das Sterben gehört also der Vergangenheit an und jeder lebt fröhlich vor sich hin. Auch krank wird in dieser Zukunft keiner mehr. Was auf den ersten Blick ganz angenehm klingt, wirft allerdings ein Problem auf: Die Bevölkerung wächst und wächst, weil keiner mehr das Zeitliche segnet. Deshalb gibt es die Scythe, die sozusagen die Aufgabe der Sensenmänner übernehmen und Menschen, nun, schlicht töten.

Die Thematik hat mich gleich gefesselt, allerdings bin ich mir immer noch nicht sicher, was ich von dem Buch nun halten soll. Es hat mich gut unterhalten, aber einige Dinge haben mich wirklich gestört. Zunächst wäre da der ständige Wechsel der Perspektiven innerhalb einer Szene. Nicht nur innerhalb eines Kapitels, nein sogar auf einer Seite hopst man als Leser fröhlich durch die Köpfe der Protagonisten. Das hat ja durchaus etwas für sich und auch einen gewissen Effekt auf die Dynamik, ist aber nicht mein Fall. Kapitelweise komme ich damit besser zurecht.

Die Idee fand ich wiederum genial. Allein die ethischen Fragen, die das Buch aufwirft, könnten mich vermutlich Wochen beschäftigen. Ist es in Ordnung die Aufgabe des Todes auf Menschen zu übertragen um ein ungehindertes Bevölkerungswachstum zu verhindern? Wie entscheidet man so etwas?

Gleichzeitig hatte ich allerdings das Gefühl, dass der Plot genau dieses Potenzial der Problematik nicht ausschöpft. Ich hätte mir mehr gewünscht. Insbesondere das Finale war in meinen Augen eher schwach, gemessen an der Ausgangsposition des Autors sehr schade. Da hätte man mehr draus machen können.

Fazit: Gute Unterhaltung mit einigen erzählerischen und inhaltlichen Schwachstellen.

In Düsseldorf habe ich mir, nachdem ich mit der Arbeit fertig war, noch zwei Bücher gegönnt. „Strange The Dreamer“ von Laini Taylor, das ich schon Anfang des Jahres als eBook gelesen habe und „Fangirl“ von Rainbow Rowell.

„Fangirl“ erzählt einen Ausschnitt aus dem Leben von Cath, die ihr erstes Jahr am College meistern muss und dort zunächst so gar nicht zurecht kommt. Cath ist introvertiert, in einigen Punkten sogar ein bisschen soziophob und scheint nicht für das College gemacht. Andere Menschen treffen? Muss nicht sein. Cath igelt sich lieber ein und schreibt Fanfictions zu einer harrypotterartigen Buchreihe — Simon Snow. Das Buch ist immer wieder gespickt mit Ausschnitten aus dieser Fanfiction und das macht es nur noch besser.

Fazit: Tja, was soll ich sagen? Ich liebe dieses Buch. Die Charaktere sind so wunderbar sympathisch, es ist nicht zu kitschig, sondern herrlich bodenständig und die Dialoge ausgesprochen witzig. Natürlich finde ich mich als Fangirl selbst unheimlich oft darin wieder, obwohl ich ein ganzes Stück älter als Cath bin. Für Mädels, denen die Begriffe Fandom und Fanfiction nicht fremd sind, ist „Fangirl“ das perfekte Buch.

Gesehen: „13 Reasons Why“ und „King Arthur“

Bei „13 Reasons Why“ (Deutscher Titel: Tote Mädchen lügen nicht) bin ich noch hin und her gerissen, was ich zu der Serie sagen soll. Ich habe die Buchvorlage nicht gelesen, kann dazu also nichts sagen. Die Serie war natürlich ausgesprochen spannend und die Darsteller durch die Bank überzeugend. Trotzdem sind Suizid und Depression ein schwieriges Thema. In meinen Augen ist es der Serie nicht immer gelungen alle Seiten ausreichend zu beleuchten.

Ich will nicht spoilern, deshalb so viel von meiner Seite: Empfehlenswert, aber beim Schauen kritisch bleiben und vorher sichergehen, dass man durch bestimmte Themen der Serie nicht getriggert wird (die Serie gibt hier vorab eigentlich immer gute Hinweise, also durchlesen und verantwortungsvoll entscheiden).

Dagegen ist „King Arthur“ natürlich seichte Unterhaltung. Als ich den Film mit der Lieblingsfrau im Kino gesehen habe, hatte ich keine hohen Erwartungen. Vielleicht wurde ich gerade deshalb positiv überrascht. Natürlich ist der Film typisches Fantasy-Action-Kino mit relativ wenig Tiefgang. Aber dafür ist er genau das, was ich gerne vor dem Schreiben schaue: Düsteres Setting, Fantasy-Elemente und ein bombastischer Soundtrack. Erzählerisch macht der Film vieles richtig, die Bilder sind überragend und auch der Humor fehlt nicht, ohne den Film lächerlich zu machen. Wer hier klassisch King Arthur nach Sage erwartet, wird natürlich enttäuscht sein. Aber ich denke, das geht aus dem Trailer bereits hervor. Insofern: Wer gut unterhalten werden möchte, ist mit dem Film auf jeden Fall gut beraten.

Highlight der Woche: ICH WAR IM FITNESSSTUDIO

(Trommelwirbel und Applaus bitte!)

Beschämend, aber wahr: Irgendwo in meinen Jahreszielen für 2017 habe ich regelmäßigen Sport als eines meiner Ziele bezeichnet. Wir haben Oktober und ich habe diese Woche angefangen. Läuft, würde ich sagen. Frei nach dem Motto besser spät als nie war ich sogar ganze zweimal im Studio. Sitzt du noch? Zweimal! Drück mir die Daumen, dass ich das während des #NaNoWriMos durchhalte.

Das macht mir derzeit die meisten Sorgen, denn im letzten Jahr war die Zeit auch ohne Sport wirklich knapp. Ich hoffe, dass mich meine Vorbereitung rettet. Sport-Motivation ist bei mir auch ohne Stress nicht wirklich vorhanden.

Ausblick auf die kommende Woche

Ich fange natürlich ein neues Buch an. Lesen hilft mir einfach beim Schreiben. Entschieden habe ich mich mal wieder für ein Werk von Kai Meyer. Bald habe ich sie alle durch. Ich werde jetzt mit „Die Göttin der Wüste“ anfangen und freue mich schon tierisch auf das Buch. Für eine Serie wird diese Woche wohl keine Zeit sein. Dafür möchte ich die Zeit noch zur NaNoPrep nutzen und letzte Vorbereitungen treffen. Mein Café-Tag wird vermutlich ausnutzen, weil ich einer Freundin am Wochenende beim Umzug helfen muss.

Und was hast du vor?

Lily