Karten für Romane zeichnen

Ich bin weder Grafikerin noch Designerin, auch wenn Mediengestalterin lange mein Traumberuf war. Nach dem Abitur habe ich mich dagegen entschieden, auch, weil mir in meinen Augen das nötige Talent fehlte. Trotzdem bin ich immer noch eine kreative Seele und habe Spaß am Zeichnen. Wahrscheinlich gerade weil ich es ohne jeglichen Anspruch tue.

Im Gegensatz zum Schreiben. Dort strebe ich eine gewisse Professionalität an, die ich beim Zeichnen glücklicherweise nicht brauche. Hin und wieder zeichne ich also ganz unverfänglich für meinen Roman. Diese Zeichnungen werden niemals Teil des Buchs sein und ich käme auch nicht auf den Gedanken meine Cover selbst zu gestalten. Ich nutze die Ergebnisse nur für mich. Als Inspirationsquelle oder auch für einen besseren Überblick beim Plotten.

Wie kommt man dazu Karten zu zeichnen?

Nachdem ich mit dem ersten Entwurf fertig war, hätte ich am liebsten direkt mit dem Schreiben des zweiten Bandes begonnen. Vernünftigerweise habe ich das gelassen. Trotzdem wollte ich mich noch keinem neuen Projekt zuwenden.

Also habe ich mich darauf konzentriert meinen Projektordner zu füllen und zu zeichnen – Stadtkarten, Landkarten, wichtige Symbole – hauptsächlich Aspekte des Romans, die ich zumindest für mich selbst visualisieren wollte.

Mein erster Versuch

Dabei kam es mir nie auf die Qualität der Ergebnisse an, obwohl ich recht perfektionistisch veranlagt bin und es mir schwerfällt etwas zu teilen, das mich nicht zufrieden stellt.

Material und Recherche fürs Kartenzeichnen

Glücklicherweise bin ich, wenn mich etwas interessiert, sehr begeisterungsfähig. Als klar war, dass ich eine Stadtkarte zeichnen will, habe ich daher zunächst recherchiert und mir diverse Beispiel angeguckt. Pinterest war meine erste Anlaufstelle.

Dort findest du auf jeden Fall hilfreiche Beiträge zum Thema. Ich lerne am besten visuell, deshalb habe ich als nächstes YouTube bemüht und mir Videos angeschaut. Da mein Englisch ganz passabel ist, suche ich meist sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch.

Videos und Beiträge, die ich hilfreich fand:

Wie eine mittelalterliche Stadt gezeichnet wird – Englischsprachiges Video

Fantasy Map Tutorial – Englischsprachiges Video

City Design Walkthrough – Schritt für Schritt Dokumentation

Weniger ist mehr: Du musst nicht alles über deine Welt wissen

Karten zeichnen ist eine Wissenschaft für sich. Wenn man plant die Karte im Roman aufzunehmen, überlässt man das besser einem erfahrenen Illustrator. Für mich war es nicht so wichtig, dass die Karte perfekt aussieht oder super realistisch ist.

Natürlich kann man sich mit Stadtentwicklung, Abwassersystem usw. beschäftigen. Würde ich auch gerne. Da meine Zeit begrenzt ist, habe ich mich da ausnahmsweise mal zurückgehalten und tatsächlich nur gezeichnet, was ich wirklich brauchte.

Eine Karte von der Stadt, die der zentrale Handlungsort im ersten Drittel meines Romans ist. Wozu ich die brauche? Bei der Überarbeitung möchte ich unter anderem nachvollziehen können, welche Wege meine Protagonisten nehmen und ob die veranschlagte Zeitspanne dafür ausreicht.

Eine Karte kann also, gerade bei komplexeren Projekten, sehr hilfreich sein. Sobald es sich um einen fiktionalen Ort handelt, musst du selbst ans Werk gehen – bei realen Orten kann man da ja zum Glück auf andere Quellen zugreifen.

Was du zum Zeichnen brauchst:

  • DinA3 Papier
  • Bleistift und Radiergummi
  • Einen Stift fürs Nachzeichnen
  • Optional Stifte für die Coloration
Meine Stifte

Falls du das Ergebnis am Ende digitalisieren möchtest, brauchst du einen Scanner oder eine Kamera und ggf. auch ein Bildbearbeitungsprogramm. Meine Karte hängt an meinem Whiteboard, wobei ich sie wohl fotografieren und auch in mein Schreibprogramm einpflegen werde.

Wie du beim Erschaffen der Karte vorgehst:

  • Überlege dir, welche Orte wichtig sind
  • Wo befinden sich Hauptstraßen und Flüsse?
  • Falls vorhanden eine Stadtmauer als Begrenzung
  • Häuser von der Mitte nach Außen hinzufügen
  • Wichtige Orte bereits einzeichnen (z. B. Palast, Wohnhaus des Protagonisten)
  • Anfangen Häuser einzuzeichnen

Wenn du so anfängst, erleichterst du dir die Arbeit ungemein. Durch das Einzeichnen der Häuser entstehen automatisch Straßen und Gassen.  Du kannst dir die Hauptstraßen als Linie auf ein Blatt zeichnen, dann eins drüber legen (die Linien sollten durchscheinen) und entlang der Linien die Häuser einfügen.

So entstehen automatisch Straßen und Gassen.

Vergleiche dabei deinen Entwurf ruhig mit Ergebnissen, die du gut findest und die eine ähnliche Stadt abbilden. Typisch fürs Mittelalter sind beispielsweise kleinere Gassen und Häuser, heutzutage hast du teils vierspurige Straßen oder Kreisverkehre, die du bedenken musst.

Einfach anfangen funktioniert am besten

Im Prinzip ist es nicht so schwer eine halbwegs anständige Stadtkarte zu zeichnen, wenn man sich vorher ein bisschen informiert und keine allzu hohen Ansprüche hat. Natürlich kann man nach und nach verschiedene Techniken darstellen, Details herausarbeiten oder zum Beispiel Platz für Beschriftungen lassen. Probiere es einfach mal aus! Deine Ergebnisse kannst du gerne auf Instagram mit mir teilen, wo du mich als lilywildfirewriter findest.

Lily

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