Eindrücke vom #litcamp16 in Heidelberg (Teil 2)

Jetzt liegt das #litcamp16 schon so lange zurück und ich vermisse es immer noch. Nachdem ich letzte Woche endlich meinen Bericht vom Samstag veröffentlicht hatte, erwartet euch hier der Rest des meiner Litcamp-Eindrücke.

Der zweite Tag des Literaturcamps Heidelberg begann für mich ziemlich schleppend. So richtig aus dem Bett kam ich nach den ganzen Eindrücken am Vortag nicht. Das leckere Frühstück von Daniela und Heiko war allerdings eine zusätzliche Motivation und so trudelte ich wieder pünktlich in der alten Feuerwache, dem Dezernat 16, ein.

Frühstück von Teekesselchen

Die #litcamp16-Magie

Am Sonntag war die Nervosität verschwunden und ich suchte sofort nach bekannten Gesichtern. Innerhalb eines Tages war aus den Teilnehmern eine kleine Litcamp-Familie geworden. Die besondere Atmosphäre merkt man auch jetzt noch, zwei Wochen nach dem #litcamp16, bei Twitter. Beim Gedanken an dieses besondere Wochenende in Heidelberg werde ich auch gleich wieder nostalgisch.

Planung der Sessions 2.0

Nach dem Frühstück kamen wir erneut alle zusammen und planten die Sessions. Die Beteiligung war immer noch groß, wenn auch nicht ganz so stark wie am Samstag. Ingesamt war die Stimmung sehr entspannt. Wir wussten jetzt ja schon, worauf wir uns einstellen mussten.

Es konnten übrigens auch Sessions wiederholt werden. Nina George bot erneut ihre Session „Figurenaufstellung“ an, was auf viel Zuspruch bei den Teilnehmern traf und die ich leider wieder verpasste. Da die Pausen zwischen den einzelnen Sessions relativ kurz waren, stopfte ich meinen Zeitplan dieses Mal nicht so voll.

Schreiben? Nie wieder mit Word!

Zunächst besuchte ich die Session „Heute schon geschrieben? Tools & Tipps zum Schreiben“ von Jan-Philipp. Schreibprogramme haben es mir irgendwie angetan. Mittlerweile habe ich so einige ausprobiert und für mich die richtigen gefunden.

Trotzdem war ich natürlich neugierig, welche Software die anderen #litcamp16-Teilnehmer zum Schreiben verwenden. Weil mir das Thema besonders am Herzen liegt, wird es dazu noch einen ausführlicheren Beitrag geben. Natürlich haben wir auch über die „üblichen Verdächtigen“ (Scrivener und Papyrus) gesprochen.

Es waren aber auch Programme dabei, die ich noch nicht kannte. Überrascht hat mich, dass viele Autoren tatsächlich noch mit Word arbeiten. Seit ich diverse Schreibprogramme ausprobiert habe, käme das für mich nicht mehr in Frage. Welche Software nutzt ihr zum Schreiben?

Organisation einer Blogparade

Nach der Session von Jan-Philipp verschlug es mich auf die Sonnenterrasse. Klingt verlockend, oder? Letztendlich blieb es jedoch leider bei einer Session vor der Sonnenterrasse, denn zu diesem Zeitpunkt ging in Heidelberg die Welt unter. Es regnete in Strömen. Bei der Session sollte es um das Thema Blogparaden gehen. Die kannte ich bisher nur aus Lesersicht, nicht aber aus der einer Bloggerin.

Für diejenigen, die nicht wissen, was eine Blogparade ist: Ein Blogger, der Veranstalter, veröffentlicht einen Beitrag zu einem selbstgewählten Thema. Außerdem fordert er andere Blogger dazu auf, sich der Parade anzuschließen und ebenfalls einen Artikel zum Thema zu verfassen. Zuvor werden die Rahmenbedingungen festgelegt. Zum Beispiel welchen Zeitraum soll die Parade umfassen soll oder wie lang ein einzelner Beitrag sein darf. Am Ende der Blogparade werden die Beiträge dann vom Veranstalter aufgelistet.

Da mein Blog ja noch sehr jung ist, quasi jungfräulich zum Zeitpunkt des #litcamp16, habe ich an der Organisation einer solchen Aktion noch nie mitgewirkt. Dementsprechend habe ich mich über die Session von Diana von Lilienlicht sehr gefreut.

An dieser Stelle will ich aber noch nicht so viel über die Blogparade verraten. In den nächsten Wochen findet ihr dazu sicher bei Diana die entsprechenden Infos. Nach dieser Session habe ich mich gemeinsam mit ihr und meiner Namensvetterin Janine von Kapri-ziös zum Mittagessen niedergelassen.

Selfpublishing: Von der Idee zum fertigen Buch

Anschließend berichtete uns Ann-Sophie von ihren Erfahrungen als Selfpublisherin. Bei der Ankündigung ihrer Session sagte sie, dass sie mittlerweile vom Selfpublishing leben kann. Das hat mich natürlich neugierig gemacht, schließlich ist das keineswegs selbstverständlich. Ann-Sophies Vortrag war sehr angenehm. Sie hat munter aus dem Nähkästchen geplaudert und Fragen ausführlich beantwortet.

Auch das hat die #litcamp16 Atmosphäre für mich ausgemacht. Alle Fragen wurden ernst genommen, man nahm sich Zeit für die Beantwortung und blieb dabei stets auf Augenhöhe. Wie sich kurz nach der Session herausstellte, ist Ann-Sophie eine Freundin von Tanja Hanika, mit der ich auf Twitter schon das eine oder andere Mal geschrieben habe. Sie habe ich nach der Session getroffen und mich ganz schön mit ihr verquatscht. Dadurch war Ann-Sophies Session dann auch tatsächlich die letzte für mich an diesem wunderbaren Wochenende.

Abschied

Der Abschied fiel allen schwer. Wir waren zwar ziemlich geschafft, das Orga-Team vermutlich besonders, aber glücklich. Ich glaube, ich habe bei einer Veranstaltung dieser Größe noch nie eine so positive Feedbackrunde erlebt. Das Lob war in meinen Augen auch mehr als nur berechtigt. Wer schon mal eine Tagung oder dergleichen geplant hat, weiß, was das für ein Aufwand ist. Dafür hat alles erstaunlich gut geklappt!

#Litcamp16 | www.antitrist.net
Ein Teil der Orga nimmt Feedback entgegen

Die Technik funktionierte, durch die freiwilligen Helfer (unsere Litcamp-Engel) war jederzeit tatkräftige Unterstützung vorhanden und natürlich gab es eine unglaubliche Vielfalt an spannenden Sessions. Außerdem standen uns Slush-Eis, Getränke und Kaffee zur freien Verfügung. Die Location war toll und, das sollte man nicht unterschätzen, sehr gut zu erreichen. Alle Teilnehmer waren freundlich, aufgeschlossen und offen für den Austausch mit anderen Bücherverrückten. Jeder war willkommen. Dieses Wochenende wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Ich freue mich schon darauf euch alle bei der einen oder anderen Veranstaltung wiederzusehen!

Lily

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  • Es mag bei meinem Studienfach nicht überraschend sein, aber ich schreibe fast nur noch mit LaTeX (bzw. TeXstudio)… Die 250 Seiten Projektbericht sehen dann einfach super fancy aus ohne, dass ich mich großartig um Schriftsatz, Position von Bildern oder so einen Blödsinn kümmern muss.. 🙂

    PS: Ist das der erste Kommentar? 😀 Falls ja, fühle ich mich geehrt. <3

    • Hi Wolke,

      der zweite Kommentar, aber fühle dich trotzdem geehrt. Ja, das überrascht mich nicht.
      Wir hatten auch einige Informatiker dabei, die sich ähnlich geäußert haben.
      Aber ich glaube, das ist unter den Schreibern und Kreativen nicht unbedingt der Normalfall!

      • Haha, wir sind einfach überall und übernehmen bald die Weltherrschaft. xD Als Informatik-Nachzügler kann ich aber auch verstehen warum man das gewöhnungsbedürftig finden kann.

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