Leipziger Buchmesse 2016

Die erste Leipziger Buchmesse

Der Besuch der Leipziger Buchmesse stand schon seit Jahren auf meiner Wunschliste, aber irgendwie kam immer was dazwischen. Dieses Jahr hat es dann endlich geklappt. Und es war genial! Überall Bücher und Büchermenschen, ein Paradies für Leseratten und Schreiberlinge!

Eigentlich wollte ich ganz detailliert von meiner ersten Buchmesse berichten, mir Notizen machen, aber irgendwie war dann doch viel zu viel los. Deshalb gibt es auch nur einen kurzen Bericht. Nächstes Jahr, denn das war definitiv nicht mein letzter Besuch, wird es dann hoffentlich ein bisschen ausführlicher!

Planlos nach Leipzig

Nicht nur beim Schreiben bin ich eine Planerin. Auch bei meinen Reisen behalte ich normalerweise gerne den Überblick. Dieses Mal war alles ein wenig chaotisch. Die bessere Hälfte und ich entschlossen uns kurz vor der Buchmesse pelzigen Familienzuwachs zu adoptieren.

Direkt am Montag nach der Messe sollten unsere Katzen bei uns einziehen. Mein Tipp, falls ihr jemals auf den Gedanken kommen solltet das auch so zu machen: Lasst es. Shoppen für die Miezen war natürlich klasse, aber verdammt stressig in Kombination mit unserer Planung für die Leipziger Buchmesse.

Irgendetwas musste auf der Strecke bleiben. Ihr könnt euch denken: Es waren nicht die Katzen. Das Programm für die Leipziger Buchmesse ist unfassbar umfangreich. Ich habe ganz naiv mit ein paar Seiten Programm pro Tag gerechnet. Fehlanzeige! Es gibt wirklich viele Veranstaltungen. Dementsprechend lange dauerte auch unsere Planung. Am Tag der Abreise hatten wir gerade mal den Donnerstag halbwegs strukturiert.

Das erste Mal airbnb

Bisher haben wir immer in Hostels oder Hotels übernachtet. Während der Leipziger Buchmesse waren uns die Hotelpreise aber ganz eindeutig zu hoch. Also entschieden wir uns für airbnb. Für alle, die das Prinzip nicht kennen: Bei airbnb können Privatpersonen ihre Wohnung oder ein Zimmer in ihrer Wohnung vermieten. Ein bisschen skeptisch war ich schon. In einer fremden Wohnung übernachten? Bis zur Ankunft in Leipzig war da die Angst, dass wir plötzlich ohne Bleibe dastehen oder in einer total verdreckten Unterkunft hausen müssen.  Glücklicherweise war die Panik vollkommen unbegründet. Unser Gastgeber, Thomas, in dessen 1-Zimmer-Wohnung wir uns eingemietet hatten, war super freundlich und hat uns toll empfangen. Seine Junggesellenbude war zwar hier und da nicht ganz auf uns Mädels ausgerichtet, aber insgesamt total gemütlich.

Programm, Programm, Programm

Im Leipziger Bahnhof quartierten wir uns kurzerhand bei Starbucks ein und studierten das Programm. Für den Donnerstag haben wir uns nicht allzu viel vorgenommen und das war auch genau richtig. So hatten wir erstmal Zeit uns in aller Ruhe umzuschauen. Ich wusste schon durch YouTube und Twitter, dass ich einige Menschen unbedingt mal live erleben muss, falls ich die Gelegenheit dazu haben sollte. Dazu zählten unter anderem Laura Newman, Annika Bühnemann und Mona Kasten.

Für mich als Fantasy-Fan war natürlich außerdem eine Lesung von Kai Meyer absolut Pflicht. Kai Meyer ist der einzige Autor, der mit seinen Werken zwei Bretter in meinem Bücherregal in Beschlag genommen hat (und sicher noch ein drittes füllen wird). Mit den Pflichtterminen im Hinterkopf habe ich dann den restlichen Plan grob festgelegt.

amazon publishing auf der Leipziger Buchmesse
Für Selfpublisher gab es überraschend viele Veranstaltungen

Dieses Jahr war ich auf der Leipziger Buchmesse noch nicht so richtig als Autorin unterwegs. Jedenfalls hat es sich nicht so angefühlt. Ich schreibe zwar gerade an meinem ersten Roman, aber noch liegt das fertige Manuskript nicht in meiner Schublade. Trotzdem haben mich natürlich die Verlage und auch die Veranstaltungen für Selfpublisher interessiert. Da ich noch kein fertiges Manuskript vorzuweisen habe, ging es für mich dieses Jahr also vor allem um das Sammeln von Infos. Noch habe ich nicht entschieden, auf welchem Weg ich meinen Roman veröffentlichen möchte. Erstmal muss das Ding abgeschlossen sein und die Qualität erreicht haben, die ich von einem Buch erwarte. Aber hier und da mal schnuppern kann ja nicht schaden, schließlich könnte ich im März 2017 schon fertig sein.

Must-Have für die nächste Messe: Eine kleinere Kamera

Der Spagat zwischen Informationsveranstaltungen und Lesungen war gar nicht so einfach. Irgendwie wollte ich beides abdecken, aber so richtig geklappt hat das nicht. Deshalb gibt es auch nicht so viele Fotos wie ich ursprünglich gehofft habe. Letztendlich habe ich mich meistens doch entschlossen lieber der Veranstaltung zu folgen und die Kamera in der Tasche zu lassen.

Dazu kommt natürlich, dass ich dieses Jahr mit der schweren Spiegelreflex auf der Messe unterwegs war. Eindeutig ein Fehler. Für die nächste Veranstaltung brauche ich eine kleinere und leichte Alternative. Am Ende des Tages hatte ich jedes Mal richtig üble Schmerzen in den Schultern. Ganz abgesehen davon, dass so eine DSLR nicht mal eben schnell aus der Tasche geholt ist.

Meine Messe-Highlights

Ich werde nicht zu jeder Veranstaltung einen detaillierten Bericht schreiben. Das überlasse ich lieber anderen, denn als absoluter Buchmesse-Neuling war ich schlicht nicht aufmerksam genug und musste mich erstmal orientieren.

Im nächsten Jahr habe ich sicher einen besseren Überblick und kann euch zu jedem Tag einen einzelnen Beitrag verfassen. Dieses Mal war ich damit beschäftigt mich zurechtzufinden. Aber zu meinen persönlichen Highlights der Leipziger Buchmesse möchte ich trotzdem ein paar Worte verlieren.

Leseinsel Fantasy auf der Leipziger Buchmesse

Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Stunden bei der Fantasy-Leseinsel, umgeben von lauter ganz unterschiedlichen Menschen, die trotzdem alle dasselbe Genre lieben wie ich. Das pure Nostalgie-Gefühl weckte dagegen Halle 1. Seit zehn Jahren besuche ich regelmäßig die Connichi, eine der größten Anime und Manga Conventions in Deutschland.

Deshalb habe ich mich auch riesig über die zahlreichen Cosplayer gefreut. Und natürlich ließen die Merchandise-Stände mein Fangirl-Herz höher schlagen, obwohl ich nicht wirklich viel gekauft habe. Manchmal ist anschmachten eben genauso schön.

Außerdem toll: Die Lesung von Kai Meyer in der Ludwig-Buchhandlung, bei der ich auch gleich „Blutbuch“ signieren lassen habe. Darüber habe ich mich wie ein kleines Kind gefreut. Da war es auch nur halb so schlimm, dass wir das Schille-Theater nicht gefunden und die nächste Lesung verpasst haben.

Willkommen in der Hölle: Der Samstag

Ich dachte ja, dass ich durch die Connichi wirklich abgehärtet wäre. Über die Jahre gewöhnt man sich eben daran, dass man beinahe von überdimensionalen Schwertern oder Flügeln umgenietet werden könnte. Aber der Buchmesse-Samstag hat mir gezeigt: Nein, es geht schlimmer. Ich bin kein Fan von Menschenmassen.

Total überfüllte Glashalle während der Leipziger Buchmesse
Willkommen in der Hölle

Um genau zu sein finde ich dichtes Gedränge so schrecklich, dass ich in der Regel nicht mal Konzerte besuche. Der Samstag war daher der blanke Horror für mich. Es gab kein Vorwärtskommen, aber auch kein Zurück. In den Gängen steckten wir minutenlang fest und die Messestände sahen wir Zwerge sowieso kaum noch.

Irgendwann saßen der Lieblingsmensch und ich in der Glashalle auf dem Boden, aßen mittelmäßige Pommes und waren völlig am Ende. Sofern im nächsten Jahr am Samstag kein Wunder geschieht keine unglaublich spannenden Veranstaltungen stattfinden, werde ich diesen Tag auslassen. Leipzig ist schließlich auch abseits der Buchmesse sehr schön!

Fazit: Ich komme wieder!

Die Leipziger Buchmesse ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Für Selfpublisher ist sie meiner Meinung nach ein Pflichttermin. Aber auch für reine Leseratten (und Nicht-Blogger) lohnt sich der Besuch. Es gibt viele Informationsveranstaltungen und man trifft wahnsinnig viele Gleichgesinnte.

Lesungen und Signierstunden sind natürlich ein netter Bonus. Im nächsten Jahr geht es für mich auf jeden Fall wieder nach Leipzig, dann vielleicht sogar mit Manuskript unter dem Arm. Und hoffentlich mit einer kleineren Kamera.

Was ich außerdem gelernt habe:

  • Crêpes sind kein Ersatz für vollwertige Mahlzeiten
  • Orangensaft auch nicht!
  • Bequeme Schuhe tragen
  • In der Bahn das Atmen einstellen
  • Im Koffer ordentlich Platz für Bücher lassen
  • Keine Spiegelreflexkamera mitnehmen
  • Immer genug Trinken einpacken
  • Ersatzakkus und Speicherkarten nicht vergessen
  • Terminplan am besten im Smartphone abspeichern
  • Den Plan nicht während der Messe machen
  • Nie wieder spontan das Schille-Theater finden wollen

Wie war deine erste Leipziger Buchmesse? Und sieht man sich vielleicht auf der LBM17?

Infos zur nächsten Leipziger Buchmesse 

Lily

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  • Toller Bericht! Ich habe mich sehr über deine Ausführungen amüsiert. Macht lust auf mehr und vorallem auf einen eigenen Messebesuch 😉

    • Hi Nordtfeder!

      Vielen Dank! Vielleicht sieht man sich nächstes Jahr ja mal auf der einen oder anderen Veranstaltung!
      xoxo Nine

  • Hi Nine,
    gehst du dann nächstes Jahr wieder zur Leipziger Buchmesse? Vielleicht treffen wir uns dort? Oder schon auf der Frankfurter. Das würde mich freuen.
    Zur Kamera: Reicht dein Handy nicht? Bei so Veranstaltungen fotografiere ich fast nur noch damit. Und dann braucht man wirklich auch einen Powerakku 😉
    LG
    Manu

    • Hi Manu,

      nächstes Jahr gehe ich auf jeden Fall! Zur Frankfurter: Lohnt sich das als Privatperson überhaupt? Nein, mit meinen Handy-Fotos bin ich da meist nicht zufrieden. Inzwischen habe ich aber ja eine kleine Kamera (Lumix GM5) und die ist wirklich klasse!

      xoxo Nine

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