NaNoWriMo 2016: Fazit Woche 2

Die zweite Woche des NaNoWriMo liegt hinter mir. Halbzeit. Es läuft… eigentlich ganz gut. Viel besser als im letzten Jahr. Das liegt vor allem daran, dass ich mich selbst nicht so sehr unter Druck setze und mir viel mehr Zeit lasse als im November 2015. Deshalb liegt mein Wordcount auch absolut grünen Bereich, aber eben nicht drüber. Damit kann ich leben. Letztes Jahr hatte ich das Gefühl irgendwie mehr schreiben zu müssen, dieses Mal ist diese Stimme zum Glück ziemlich leise. Das ist eine angenehme Erfahrung und macht den NaNoWriMo zu einem entspannteren Erlebnis.

Wie gehe ich mit Tagen um, an denen ich müde bin?

Es gibt Tage, an denen bin ich nach der Arbeit zu nichts mehr zu gebrauchen. Dann spreche ich auf Twitter oft vom #Toastbrotmodus und das beschreibt meine geistigen Kapazitäten auch perfekt. Außerhalb des NaNoWriMos knicke ich dann manchmal ein und schreibe nicht.

Im November geht das natürlich nicht. In meinem Fazit letzte Woche habe ich schon geschrieben, dass ich mich dann einfach trotzdem 20 Minuten ans Manuskript setze. Meistens geht dieser Plan auf und ich kann dann doch nicht mehr mit dem Schreiben aufhören.

Manchmal fehlt mir die Zeit für das richtige Gefühl

Für mich ist das eine der größten Schwierigkeiten beim NaNoWriMo — manchmal will sich einfach nicht das richtige Gefühl für eine Szene einstellen. Da ich Vollzeit arbeite und mir auch keinen Urlaub genommen habe, muss ich sie dann aber trotzdem schreiben.

Das bringt mich jedes Mal in einen Zwiespalt. Eigentlich möchte ich mir die Zeit nehmen, die ich brauche. Deshalb versuche ich den NaNoWriMo hauptsächlich als Übung anzusehen, mit dem Bewusstsein, dass ich vieles für die Tonne produziere.

Vielleicht geht es dir auch so? Manchmal merke ich schon beim Schreiben, dass ich mich verrannt habe und eine Szene nicht funktionieren wird — wenn die 1.667 Wörter gerade geschrieben sind, fällt löschen allerdings ziemlich schwer.

Aller Anfang ist schwer

Obwohl ich sehr zufrieden bin, weiß ich jetzt schon, dass ich bei der Überarbeitung einige Stellen glatt ziehen muss. Sprich: Vieles muss ganz sicher gekürzt und manches gestrichen werden. Damit kann ich gut leben. Ich lösche übrigens nie, sondern kopiere mir die gestrichenen Stellen meist in ein neues Dokument.

Oft kann ich sie abgeändert dann noch mal verwenden oder zumindest für mich noch einmal lesen. Gerade die ersten Tage des NaNoWriMo verliefen eher schleppend. Davor hatte ich eine Weile nicht täglich geschrieben und war dementsprechend überhaupt nicht im Rhythmus. Jetzt gehen mir die Worte schon viel leichter von der Hand. Das ist angenehm erfrischend.

Wie ich mich zum Schreiben motiviere

Ich gehöre nicht zu den Autorinnen, die sich jeden Tag voller Glückseligkeit ans Manuskript setzen. Manche Schreibstunden sind eine echte Quälerei. Ich mache es natürlich trotzdem gern, aber manchmal wollen die Worte einfach nicht so wie ich und ich würde am liebsten einfach ins Bett gehen. Ohne zusätzliche Motivation hätte ich sicher schon manches Mal das Handtuch geworfen.

Obwohl diese Woche richtig gut lief, hatte ich an einigen Tagen auf der Arbeit viel zu tun und habe mich dementsprechend müde an den Schreibtisch gesetzt. Mir helfen in solchen Fällen immer meine für den Roman angelegten Pinnwände auf Pinterest, YouTube Videos von anderen Autoren, ein gutes Buch oder einfach andere Teilnehmer auf Twitter. In diesem Jahr nimmt meine bessere Hälfte auch am NaNoWriMo teil — das ist natürlich ein besonderer Luxus.

Ausblick für Woche 3: Es wird viel gestorben

Ich bewege mich jetzt ganz direkt auf die ersten wirklich harten und emotional wirklich anspruchsvollen Szenen im Roman zu. Ich leide bei meinen Charakteren immer wahnsinnig mit. Dementsprechend muss ich mich für solche Schreibtage auch ganz besonders gut wappnen.

Mit Wolldecke, Keksen und einer extra großen Tasse Kakao. Und viel trauriger Musik. Mein Fantasyroman spielt in einer ziemlich düsteren Welt und dementsprechend haben meine Protagonisten es nicht immer leicht. Im Gegensatz zu mir dürfen sie sich auf die nächsten zwei Wochen deshalb nicht freuen. Ich hoffe, ich erreiche mein Wochenziel. Mehr habe ich mir nicht vorgenommen.

Lily

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