Vom Überarbeiten und vom Scheitern

Manchmal läuft es im Leben nicht wie geplant. Letzten Monat hat mich ein böser Infekt gleich drei Wochen niedergestreckt, dann kam die Buchmesse. Jetzt schaue ich bedröppelt in meinen Kalender und stelle fest: Wir haben bald April, das zweite Quartal des Jahres bricht an. Eigentlich sollte mein Roman dann unterwegs zu den Testlesern sein. Das wird nichts. Nicht mal, wenn ich keinen Brotjob hätte, würde ich dieses Ziel noch erreichen.

Scheitern gehört beim Schreiben dazu

Solche Momente gehören genauso zum Schreiben wie die Erfolgsgeschichten, die uns regelmäßig auf Instagram oder Twitter begegnen. Nicht immer liegt man im Zeitplan, nicht immer erreicht man  ein Ziel wie geplant. Jetzt scheitere ich also mit diesem Vorhaben. Und auch, wenn davon vorerst nichts abhängt, kratzt das an meinem Stolz. Normalerweise kann ich ganz gut einschätzen, wie viel Zeit ich für welchen Prozess benötige. Dieses Mal habe ich mich gehörig verkalkuliert.

Die eigene Arbeitsweise hinterfragen

Jetzt könnte ich natürlich den Kopf in den Sand stecken, davon würde das Manuskript aber auch nicht fertig werden. Die Alternative ist einfach: weitermachen, aber zuvor die eigene Arbeitsweise  hinterfragen. Wenn Ziele nicht erreicht werden, hat das immer Gründe. Ich bin grundsätzlich mit dem Roman zufrieden und die Überarbeitung macht mir Spaß, daran liegt es also nicht. Womit ich sicherlich ein Problem habe, ist Perfektionismus.

Ich schraube verhältnismäßig lange an einzelnen Sätzen und Absätzen herum. Zudem überarbeite ich gerade Material aus dem November 2016 – es ist also im NaNoWriMo unter Zeitdruck entstanden (Hallo Füllwörter, danke für nichts!) und ich bin seitdem natürlich auch besser geworden, habe also mehr an meiner eigenen Schreibe zu meckern.

Selbstzweifel ahoi

Das finde ich primär gut, denn es zeigt eine gewisse Entwicklung. Es kostet aber auch Nerven. Vor allem, wenn dann die ersten Selbstzweifel laut werden. Benutze ich zu oft das Wörtchen „und“? Schreibe ich langweilig? Ist mein Stil mies? Tatsächlich bereitet mir das Handwerk in solchen Momenten mehr Sorgen als die Geschichte, die hat schließlich einen Plot, auf den ich mich verlassen kann. Der ist nicht perfekt und wird nicht jedem gefallen, aber das kann und werde ich verkraften. Nur die Sache mit dem Stil…

Damit halte ich mich beim Überarbeiten auf. Jetzt könnte ich das Prozedere natürlich schrittweise angehen, wie es auch häufig empfohlen wird. So richtig funktionieren tut das aber nicht, denn wenn ich ganze Passagen neu schreibe, achte ich natürlich auch auf den Stil.

Neue Ziele definieren

Da dieser Roman mein Debüt werden soll, finde ich das, ehrlich gesagt, auch gut so. Ich brauche lieber ein halbes Jahr länger, als etwas auf den Markt zu werfen, hinter dem ich nicht stehe. Das möchte ich auch meinen Testlesern nicht zumuten, die sich extra Zeit für mich und mein Buch nehmen werden. Sie sollen also eine Geschichte bekommen, die so gut ist, wie ich es eben derzeit leisten kann. Danach wird sie dann hoffentlich noch besser 😉

Also sieht der Plan wie folgt aus: Bis Ende Juni möchte ich mit der ersten Überarbeitung durch sein, das sind jetzt noch mal knapp drei Monate. Auch das ist sportlich, aber Ziele sind mir wichtig. Ein bisschen Druck schadet definitiv nicht, um motiviert und engagiert bei der Sache zu bleiben.

Ich werde berichten, wie das funktioniert!

 

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